Büttenredner-Fibel

Ein hilfreicher Ratgeber für alle, die Büttenreden Schreiben und Vortragen wollen

ISBN 978-3-936482-00-4

 

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Ein ernst zunehmendes Nachschlagewerk

Für nicht ganz ernst zunehmende Vorträge

Erhältlich bei Amazon

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. Kapitel 1: Wie wird man Büttenredner?
  3. Kapitel 2: Wie kommt ein Büttenredner zu seinem Text?
  4. Kapitel 3: Welcher Vortragstyp sind Sie?
  5. Kapitel 4: Wie findet man das passende Thema?
  6. Kapitel 5: Der Aufbau von Büttenreden und Vorträgen
  7. Kapitel 6: Kinder in der Bütt
  8. Kapitel 7: Gestik, Mimik und Bewegung
  9. Kapitel 8: Das Erkennungszeichen
  10. Kapitel 9: Politik in der Bütt
  11. Kapitel 10: Themen die tabu sein sollten
  12. Kapitel 11: Hochdeutsch oder Dialekt
  13. Kapitel 12: Danebengehauen
  14. Kapitel 13: Machen sie sich nicht unbeliebt
  15. Kapitel 14: Gesungene Vorträge
  16. Kapitel 15: Der nervöse Büttenredner
  17. Kapitel 16: Der Auftritt
  18. Kapitel 17: Die Presse
  19. Anhang : Kurzer Leitfaden für Bütten- und Festreden

 

Außerdem finden Sie hier in der Büttenredner-Fibel Themenvorschläge für Kinder und Erwachsene, Verse, die es in sich haben, Kostümvorschläge zu bestimmten Themen und vieles mehr!

Und außerdem noch wichtige Hinweise und Tipps für Autoren von Büttenreden und humorvollen Vorträgen.

 

Mein Herr, Ihr Stil ist flüssig, Ihr Buch aber überflüssig.
Gottfried Keller (1819-1890), schweizer. Dichter; zu einem jungen Autor

 

 

Ein falsches Wort ……………….

Wenn man als Narr, steht in der Bütt,
dann ahnt man sicher, vorher nicht

Wie kommt man an, ob gut, ob schlecht,
denn allen macht man’s eh nicht recht

Wer kennt es nicht, dies flau’ Gefühl,
wenn die Pointe dann, nicht zünden will?

Thema vertan, oh welch ein Frust,
hat man’s nicht vorher schon gewusst?

Man schaut umher, im Publikum,
doch diesmal bleibt es still und stumm.

Man fand den Vortrag, doch so toll,
und nun – hat man, die Hosen voll.

So ist das nicht nur, in der Bütt,
wir kennen’s auch, von Politik

Wer öffentlich, sich präsentiert,
meist gnadenlos, Kritik verspürt.

Ein falsches Wort, im Rampenlichte,
macht alle Hoffnungen, zunichte.

Autor: ©Roswitha Rudzinski

 

 

Einleitung

Dass es gar nicht so einfach ist, eine perfekt organisierte Karnevalsveranstaltung auf die Beine zu stellen, kann sich ein Laie kaum vorstellen.

Die ganzen Vorbereitungen von der Planung bis zur Ausführung (Aufführung) wären ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer bzw. aktiven Mitglieder überhaupt nicht mehr möglich.

So schwierig wie es heute in unserer Zeit ist, ehrenamtliche Helfer für einen Verein zu finden, so schwierig ist es auch, wirklich gute Büttenredner zu bekommen. Das Publikum wird immer anspruchsvoller. Das kann man sehr gut erkennen, wenn man sich Aufzeichnungen aus früheren Jahren ansieht. Mit den meisten Vorträgen von damals könnte man heute kein Publikum mehr in einen Saal locken. (Ausnahmen gibt es aber doch.)

Seit einiger Zeit hört man von sehr vielen Karnevalsvereinen, dass händeringend gute Büttenredner (und ganz besonders Nachwuchstalente) gesucht werden. Die wirklich bewährten und guten Büttenredner, die zur Zeit noch aktiv in der Bütt stehen, sind meistens Profis.

Sie reisen fast jedes Wochenende von einer Sitzung zur anderen, und haben pro Abend mehrere Auftritte. (Und das nicht nur am Wochenende!)

Und gerade diese Profis wissen, was sie wert sind und lassen sich ihren Auftritt auch dementsprechend honorieren. Was auch nicht mehr als Recht ist, weil der Arbeits- und Zeitaufwand für solche professionellen Büttenredner doch recht enorm ist.

Doch welcher Verein kann es sich heute noch leisten, eine oder mehrere Prunksitzungen nur mit Profis zu besetzen?

Aus diesem Grund sucht man sehr gerne in den eigenen Reihen, also innerhalb des Vereines nach neuen Gesichtern, neuen Ideen und verborgenen Talenten.

Das zweite Problem ist, dass diese bewährten Büttenredner auch älter werden und irgendwann in den sogenannten Ruhestand gehen. Was dann? Wo bleibt der Nachwuchs?

Hier ist intensive und aktive Vereins- bzw. Jugendarbeit gefragt.

Jeder Verein sollte sich bemühen, aktive Mitglieder, egal welchen Alters, welche Interesse zeigen auf die Bühne oder sogar in die Bütt zu gehen, in jeder Hinsicht zu schulen und zu fördern.

Da dies natürlich ebenfalls sehr zeitaufwendig ist, nehmen viele Vereine entweder davon Abstand, oder sie sind überhaupt nicht in der Lage, solche Talente zu fördern.

Doch bisher gab es leider sonst keine Möglichkeit für Laien, sich auf diesem Gebiet das Wichtigste aneignen zu können. Es sei denn, man ist einem Profi in die Hände gefallen, der bereit war, (was allerdings die wenigsten tun) einem die nötigsten Kniffe und Tricks beizubringen.

Ansonsten hat man nur noch die Möglichkeit, sich Bücher über Büttenreden zu kaufen. Doch damit hat sich dann auch hier für die meisten das Thema erledigt. Denn diese fertigen Büttenreden sollen eigentlich ohne die Genehmigung des Verfassers nicht vorgetragen werden. Und wer ist schon in der Lage, eine solche Büttenrede so umzuschreiben, dass man das Original nicht mehr erkennen kann?

Aus diesem Grund werden nicht nur händeringend Büttenredner, sondern auch Büttenschreiber (Autoren) gesucht.

Dass das Büttenschreiben nicht so einfach ist, haben viele schon festgestellt, die ganz unverdorben und auch unbedarft mit ihrem eigenen Text die Bühne betreten haben.

Das dritte Problem, welches die Vereine haben, ist die Presse!

Viele konnten schon (wie man so schön sagt) „am eigenen Leib erfahren“ wie es ist, wenn man den Erwartungen der Presse nicht gerecht wird. Es gibt Redakteure, welche gnadenlos alles nieder machen, was nicht ihren eigenen Vorstellungen entspricht. Dies hat zur Folge, dass die Kritik miserabel ausfällt und der /die Redner/in meistens das Handtuch wirft. Obwohl das Publikum im Saal restlos begeistert ist. Doch hierauf gehe ich später noch näher ein.

Diese BÜTTENREDNER-FIBEL soll für alle diejenigen sein, welche gerne Büttenreden und humoristische Texte vortragen oder schreiben möchten.

Wie Sie dem Inhaltsverzeichnis bereits entnehmen konnten, wird so ziemlich alles angesprochen und intensiv bearbeitet, was für einen gelungenen Auftritt wichtig ist. Sie finden in dieser Fibel also nicht nur eine Anleitung für Bütten-redner und Humoristen, sondern auch gleichzeitig wichtige Hinweise für Autoren und solche, die es einmal werden wollen.

Mit diesem Buch will ich all diejenigen ansprechen, denen bis heute der Mut gefehlt hat, in die Bütt bzw. auf die Bühne zu gehen, egal aus welchen Gründen auch immer. Oder auch diejenigen, die ihre selbstverfassten Texte in einer Schublade vergraben haben, weil sie nicht wussten, ob hierfür jemals Bedarf bestehen würde.

Wenn Sie dieses Buch durchgearbeitet haben, dann werden Sie die nötigsten Kenntnisse haben, um zu wissen, worauf es bei einem guten Vortrag ankommt. Und Ihrem erfolgreichen Auftritt wird nichts mehr im Wege stehen (höchstens noch Sie selbst).

Etwas in eigener Sache:

Ich habe den Text dieses Buches absichtlich so einfach wie möglich formuliert und leicht leserlich verfasst, so dass auch Kinder und Jugendliche mit dem Inhalt problemlos zurecht kommen können. Auf unnötig viele Fremdwörter habe ich ebenfalls verzichtet. Was nützt ein flüssiger Schreibstil, wenn der Leser das Fremdwörterlexikon zu Hilfe nehmen muss, um den Inhalt zu verstehen.

Ich hoffe, dass auch die strengen Kritiker dieses Buches hierfür Verständnis zeigen werden. Danke.

 

Es ist ein Beweis der Bildung, die größten Dinge auf die einfachste Art zu sagen.
Ralph Waldo Emerson (1803-1882), amerik. Philosoph u. Dichter

 

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